{"id":65,"date":"2012-06-15T12:50:17","date_gmt":"2012-06-15T10:50:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paulinamihai.de\/?page_id=65"},"modified":"2012-06-25T10:50:41","modified_gmt":"2012-06-25T08:50:41","slug":"baiersdorf","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.paulinamihai.de\/?page_id=65","title":{"rendered":"Baiersdorf"},"content":{"rendered":"<p>Vor \u00fcber 20 Jahren kam Paulina Mihai (geboren 1949 in Clejani, s\u00fcdwestlich von Bukarest) von Bukarest nach Berlin. Die Malerin studierte von 1968 bis 1974 an der Kunstakademie Bukarest. Seit den 70er Jahren hat sie an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen und verschiedene Stipendien und Preise erhalten. Ihre Werke befinden sich weltweit in privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen. Zum 20j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um ihres Berlin-Aufenthalts wurde 2001 eine Ausstellung in den R\u00e4umen des rum\u00e4nischen Kulturinstituts organisiert. Anl\u00e4sslich der Ausstellung hielt die Leiterin des Kulturinstituts, Dr. Ruxandra Demetrescu, einen Vortrag \u00fcber Paulina Mihais malerische Verwandlung in den Berliner Jahren und \u00fcber die Traditionen der rum\u00e4nischen Malerei: &#8220;Diese Verwandlung hat sich in einem ganz bestimmten Sinn entwickelt; und diesen Weg &#8211; denn es handelt sich um einen WEG &#8211; m\u00f6chte ich als Befreiung der Malerei bezeichnen: Befreiung von der Natur, um die Natur selbst, die Quintessenz der Natur besser darzustellen; Verzichten auf die Landschaftsmalerei, nicht weil sie sich von der Natur entfernte, sondern um die \u00e4u\u00dferliche und innerliche Natur zusammen in einem Bild sichtbar zu machen. Denn, wie ein gro\u00dfer Philosoph des 20. Jahrhunderts, Jacques Maritain, so sch\u00f6n sagte: Die Enth\u00fcllung des Ichs hat die Darstellung der \u00e4u\u00dferlichen Sch\u00f6nheit in der modernen Kunst v\u00f6llig ersetzt&#8221; In ihrem Vortrag ging Frau Demetrescu auf die rum\u00e4nische malerische Tradition ein, die Paulina Mihais Bilder erz\u00e4hlen. Ihre Bilder wachsen aus einer Tradition heraus, die eine Vorliebe f\u00fcr Farbe und f\u00fcr Landschaftsmalerei hat. So ist in Paulina Mihais Bildern der Sinn f\u00fcr die Farbe und den Geist der Synthese allgegenw\u00e4rtig, einen Geist, den man in der ganzen Geschichte der rum\u00e4nischen Kunst erkennen kann. Paulina Mihai f\u00fchrt einen radikalen Abstraktionsprozess durch. Diese Synthese und Abstrahierung ist ein Kennzeichen der modernen Malerei seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. So reihen sich ihre Bilder in die europ\u00e4ische Tradition ein, in der das Schaffen der Realit\u00e4t nicht mehr synonym mit der Wiedergabe der Wirklichkeit ist. &#8220;Die Befreiung des Auges war die neue Affirmation der Sichtbarkeit; so wie uns die ber\u00fchmten Worte von Klee lehren: Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar. Und wir wissen heute, dass das Auge des K\u00fcnstlers ein durchaus privilegiertes ist, uns die Wirklichkeit bekannt zu machen, so wie die Kunst ein bestimmter Weg zur Kenntnis ist. Die Kraft der Bilder &#8211; die Kraft, nicht die Macht &#8211; von Paulina Mihai ist offensichtlich; und meiner Meinung nach ist eine solche St\u00e4rke eine besondere Gabe in der Kunst. Diese Kraft hat nichts mit der Gr\u00f6\u00dfe des Bildes, sondern mit dessen Monumentalit\u00e4t zu tun. Die Bilder. von Paulina zerst\u00f6ren sozusagen die Mauer &#8211; und das ist eine seltsame Erfahrung &#8211; ich z. B. erlebte sie nur einmal, als ich die Impressionisten in Jeu de Paume gesehen hatte. Die Kraft der Bilder von Paulina ist Kraft der Farben und der malerischen, konkreten Materie: Zusammen bilden sie die Magie, \u201cla magie\u201d, wie es so sch\u00f6n Diderot nannte, die uns in die k\u00fcnstlerische Wirklichkeit hineinf\u00fchrt. Und vor diesen Bildern k\u00f6nnten wir, k\u00f6nnen wir mit Marees Worten sagen, \u201cSehen lernen ist alles\u201d. Das sollten wir alle tun, das hat Paulina Mihai schon seit langem ge\u00fcbt, denn sie war zum Sehen geboren.&#8221;<\/p>\n<p>Paul Baiersdorf<\/p>\n<p>in: Ingrid Baltagescu &amp; Paul Baiersdorf<br \/>\nWege zwischen Rum\u00e4nien und Berlin<br \/>\nHerausgeber: Der Beauftragte des Senats von Berlin f\u00fcr Integration und Migration.<br \/>\nBerlin 2004. Seite 68<br \/>\nCopyright beim Autor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor \u00fcber 20 Jahren kam Paulina Mihai (geboren 1949 in Clejani, s\u00fcdwestlich von Bukarest) von Bukarest nach Berlin. Die Malerin studierte von 1968 bis 1974 an der Kunstakademie Bukarest. 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