{"id":74,"date":"2012-06-15T12:57:05","date_gmt":"2012-06-15T10:57:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paulinamihai.de\/?page_id=74"},"modified":"2012-06-15T12:57:33","modified_gmt":"2012-06-15T10:57:33","slug":"demetrescu-2001","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.paulinamihai.de\/?page_id=74","title":{"rendered":"Demetrescu"},"content":{"rendered":"<p>Paulina Mihai in der Condat-Galerie<\/p>\n<p>Ein Jubileum hat an sich etwas feierliches: Paulina Mihai feiert 20 Jahre k\u00fcnstlericher T\u00e4tigkeit in Berlin: in einer Stadt der multikulturellen Begegnungen, ist so ein Jubileum auch bedeutungsvoll.<\/p>\n<p>Paulina Mihai ist eine Malerin die in Bukarest studiert hat, in Rum\u00e4nien ihren ersten gro\u00dfen Erfolg erlebte, die aber seit zwanzig Jahren schon in Deutschlad lebt, wo sie sich entwickelt, sogar verwandelt hat.<\/p>\n<p>Diese Verwandlung hat sich in einem ganz bestimmten Sinn entwickelt: und dieser Weg \u2013 denn es handelt sich um einen WEG \u2013 m\u00f6chte ich als Befreiung der Malerei bezeichnen:\u00a0 Befreiung von der Natur, um die Natur selbst, die Quintessenz der Natur besser darzustellen;Verzichtung auf die Lanschaftsmalerei, nicht weil sie sich von der Natur entfernte, sondern um die \u00e4u\u00dferliche und innerliche Natur zusammen in einem Bild sichtbar zu machen. Denn, wie ein gro\u00dfer Philosoph des 20. Jahrhundert, Jacques Maritain, so sch\u00f6n sagte, hat die Enth\u00fcllung des Ichs die Darstellung der \u00e4u\u00dferlichen Sch\u00f6nheit in der modernen Kunst v\u00f6llig ersetzt.<\/p>\n<p>Paulina Mihais Malerei ist nicht leicht zu entziffern; ihre Bilder erz\u00e4hlen keine Geschichte, sie sind absichtlich titellos. Sie stammt aber aus einer Tradition \u2013 der rum\u00e4nischen Malerei \u2013 die die Vorliebe f\u00fcr Farbe und f\u00fcr die Landschaftsmalerei entwickelt hat. Und aus dieser Tradition hat schon etwas in ihren Bildern \u00fcberlebt: der Sinn f\u00fcr die Farbe und der Geist der Synthese: dieser Geist kann man in der ganzen Geschichte der rum\u00e4nischen Kunst erkennen, und hat mehrmals zur Abstrahierung und manchmal zur Abstraktion gef\u00fchrt. Im modernen Sinne, ist diese Synthese und Abstrahierung in der Malerei seit der Ende des 19. Jahrhundert immer sichtbar- so k\u00f6nnte man die Bilder von Paulina Mihai in einer anderen Tradition, der europ\u00e4ischen, hineinf\u00fcgen, in der das Schaffen der Realit\u00e4t nicht mehr synonim mit der Wiedergabe der Wirklichkeit ist. Die Befreiung des Auges war die neue Affirmation der Sichtbarkeit; so wie uns die ber\u00fchmten Worte von Klee uns lehren: Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar. Und wir wissen heute da\u00df der Auge des K\u00fcnstlers ein durchaus priviligierter ist, uns die Wirklichkeit bekannt zu machen, so wie die Kunst ein bestimmter Weg zur Kenntnis ist.<\/p>\n<p>Die Kraft der Bilder &#8211; die Kraft, nicht die Macht \u2013 von Paulina Mihai ist offensichtlich; und meiner Meinung nach ist eine solche St\u00e4rke eine Sondergabe in der Kunst. Diese Kraft hat nicht mit der Gr\u00f6\u00dfe des Bildes, sondern mit dessen Monumentalit\u00e4t zu tun. Die Bilder von Paulina zerst\u00f6ren sozusagen die Mauer \u2013 und das ist eine seltsame Erfahrung &#8211; ich z.B. erlebte sie nur einmal als ich die Impressionisten in Jeu de Paume gesehen hatte.<\/p>\n<p>Die Kraft der Bilder von Paulina ist Kraft der Farben und der malerischen, konkreten Materie: zusammen bilden sie die Magie la magie, so wie es so sch\u00f6n Diderot ernannte, die uns in der k\u00fcnstlerischen\u00a0 Wirklichkeit hineinf\u00fchrt. Und vor diesen Bildern k\u00f6nnten wir die Stichworte von Marees sprechen Sehen lernen ist alles. Das sollten wir alle tun, das hat Paulina Mihai schon seit lange ge\u00fcbt denn sie war zum Sehen geboren.<\/p>\n<p>Ruxandra Demetrescu<br \/>\nLeiterin des Rum\u00e4nischen Kulturinstituts in Berlin<\/p>\n<p>Rede zur Er\u00f6ffnung der Ausstellung \u201cPaulina Mihai &#8211; 20 Jahre in Berlin\u201d<br \/>\nin der Condat-Galerie, Berlin, Juli 2001<br \/>\nCopyright bei der Autorin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paulina Mihai in der Condat-Galerie Ein Jubileum hat an sich etwas feierliches: Paulina Mihai feiert 20 Jahre k\u00fcnstlericher T\u00e4tigkeit in Berlin: in einer Stadt der multikulturellen Begegnungen, ist so ein Jubileum auch bedeutungsvoll. 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